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Atomkraft? Nein Danke!


Ihr Lieben und die, die uns gerade vielleicht nicht so lieben: Wir sind Unterstützer der gesellschaftlich extrem wichtigen Kampagne „Kernkraft ja bitte“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die ökologische Sorten-Vielfalt, eine gentechnik-freie Züchtung und die Unabhängigkeit der Landwirtschaft von großen Konzernen zu erhalten.

Wie wir, stehen dafür Bio-Pioniere wie Zwergenwiese, Rapunzel, Bio Planète, Sonnentor, Schrozberger, Holle und Morgenland allesamt mit ihrem Namen eín. Konzipiert, geführt und vor allem auch finanziert wird die Kampagne von Denree. Denree leistet damit einen extrem hoch einzuschätzen Beitrag und Aufwand, um dieses wichtige Thema in die Öffentlichkeit zu bekommen.

Kernkraft ja bitte!

Aufgrund der naturgemäß begrenzten Mittel wurde der aufmerksamkeitsstarke Claim "Kernkraft, ja bitte" gewählt. Gerade weil dieser bei oberflächlicher Betrachtung vor allem in der Bio-Szene zu Irritation führen muss– und eben auch soll. Übrigens nicht, um Produkte zu verkaufen, sondern, um auf ein überlebenswichtiges Thema hinzuweisen. Viele Nutzpflanzen sind heute genetisch identisch.

Tatsächlich sind weltweit bereits 94 Prozent der einstigen Pflanzenvielfalt verloren. Während sich die konventionelle Landwirtschaft auf wenige ertragreiche Sorten konzentriert, mit Hybridsaaten die Weitergabe der Erbanlagen lahmlegt und mittels Gentechnik in das Mikro-Gleichgewicht des Zellkerns eingreift, geht die Ökozüchtung bewusst andere Wege. Deshalb machen sich die Initiatoren stark für eine zukunftsfähige Ökozüchtung.

Allen Beteiligten ist klar, dass bei oberflächlicher Lesart der Eindruck entstehen könnte, ausgerechnet die Bio-Branche würde absurderweise die Atom Lobby unterstützen. Wir glauben fest daran, dass selbst wenig Interessierte in der Lage sind, den bewusst doppeldeutigen Ansatz der Kampagne zu verstehen und auch einzuordnen. Wir möchten und können hier jedoch nur für uns sprechen. Dies tun wir aber laut, laut und klar:


Voelkel steht seit über 40 Jahren für ein deutliches „Atomkraft? Nein danke!“. Voelkel ist von Beginn an bekennender und unterstützender Partner der BI Lüchow-Dannenberg e.V. Und wird dies immer sein. Mit Worten, Taten und Mitteln. Wir sind zum Glück sicher, dass niemand im Lande dies ernsthaft anzweifelt. Nichtsdestotrotz hören wir sehr genau auf kritische Stimmen, die befürchten, hier würde auf Kosten der Anti-Atomkraft Bewegung ein Claim aus Marketinggründen gekapert. Der von einigen der Kampagne gegenüber geäußerte Unmut ist für uns verständlich. Uns ist das Thema ökologisches, konzernunabhängiges Saatgut jedoch so wichtig, dass wir bereit sind, diese Kritik einzustecken.

Auch wenn sie aus unserer Sicht unberechtigt ist. Ja, es hätte sicher bessere Claims gegeben. Ja, es hätte Claims gegeben, die niemanden wehtun. Aber dann hätte dieses so aktuell unendlich wichtige Thema wie seit Jahren weiter friedlich vor sich hingeschlafen. Denn was nicht aufrüttelt, interessiert niemand.

Wir erhoffen uns aktuell beides: Wir wollen endlich das Thema Samenfestes Saatgut in das Bewusstsein der Menschen befördern. Und wir wollen im gleichen Atemzug durch die Wellen der medialen Aufmerksamkeit Öffentlichkeit für die Tatsache schaffen, dass das Thema Atomkraft in Deutschland leider eben überhaupt noch nicht beerdigt ist und dass zum Beispiel aktuell Atommüll von Deutschland aus ins Ausland exportiert wird oder bei der Auswahl potentieller Endlagerstätten weiterhin mit ungleichen Karten gespielt werden soll.

Wir bitten jeden um Entschuldigung, der seinen langjährigen Kampf gegen die Atomlobby instrumentalisiert sieht. Wir bitten aber auch jeden um Verständnis, dass der Kampf gegen die Gleichschaltung durch rein profitorientierte Agrarkonzerne eine große eine ebenfalls große Bedrohung für das Leben kommender Generationen darstellt. Darum Kernkraft, ja bitte! Atomkraft, nein danke!