Samenfeste Sorten

Vielfalt schaffen und erhalten! Voelkel unterstützt die ökologische Saatgutforschung 

In Zeiten, in denen wenige globale Großkonzerne die Saatgutvielfalt eingrenzen, setzt die Naturkostsafterei Voelkel aus Tradition und Überzeugung auf samenfeste Obst- und Gemüsesorten. Das sind vermehrungsfähige Sorten, deren Samen im darauffolgenden Jahr weiterverwendet werden können, damit Landwirte nicht jedes Jahr erneut Saatgut einkaufen müssen. Zudem unterstützt das Unternehmen aktiv die unabhängige Saatgutforschung, das Bündnis „Wir haben es satt!“ und die biologisch-dynamische Landwirtschaft.

Für viele Industriestaaten ist der Einsatz von samenfestem Saatgut mittlerweile sehr untypisch. Ein großer Teil der heute in Deutschland gewerblich genutzten Pflanzensorten sind sogenannte Hybridzüchtungen, die sich nicht oder nur unter großen Ertragseinbußen wiedernutzen lassen. Der Welternährungsorganisation FAO zufolge gingen unter anderem dadurch in den letzten 100 Jahren rund drei Viertel der noch 1900 verfügbaren Sortenvielfalt komplett verloren. Viele Gemüsesamen sind praktisch nur noch als Hybride auf dem Markt, dazu gehören Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli oder Rettich. Hybride entstehen durch Selbstbefruchtung möglichst unterschiedlicher Elternlinien. Indem über Jahre hinweg immer wieder bestimmte Eigenschaften wie Größe, Form, Farbe oder Widerstandsfähigkeit als Maßstab für Kreuzungen dienen, wachsen Hochleistungspflanzen mit hohem Ertrag. Die positiven Eigenschaften gelten allerdings nur für die Erstaussaat, meist geht der Ertrag schon in der nächsten Generation deutlich zurück. Damit lassen sich Hybridpflanzen nicht „nachbauen“ und bilden eine genetische Sackgasse. „Für die Landwirte bedeutet das eine immense Abhängigkeit von großen Agrar-Konzernen, denen sie Jahr für Jahr immer wieder Saatgut abkaufen müssen.

„Wir sind der Ansicht, dass niemand Sorten und damit das Wissen um die Abfolge von Genen einer Pflanze, in Form von Patenten „besitzen“ darf“, so Stefan Voelkel.

 

Voelkel und die ökologische Saatgutforschung

Um unabhängig von diesen Hybridsorten zu werden, arbeiten ökologische Züchter seit über 20 Jahren daran, samenfeste Sorten zu erhalten und neue natürliche Sorten zu züchten. Zu diesen zählt beispielsweise die Agraringenieurin Christina Henatsch, die seit 2003 ihren Schwerpunkt unter anderem auf Möhren, Brokkoli und Mangold legt. Samenfeste Sorten entstehen in der biologisch-dynamischen Züchtungsarbeit ausschließlich durch die traditionelle Selektion. Das bedeutet, dass nur die Samen von besonders gut entwickelten Pflanzen weiterverwendet werden. Ein Kriterium ist hierbei natürlich der Geschmack, der nach der Ernte evaluiert wird. Bei Möhren werden zum Beispiel nur die köstlichsten eingelagert und im nächsten Frühjahr eingepflanzt. Die daraus wachsenden Doldenblüten beherbergen nach der Befruchtung das kostbare Saatgut, welches im darauffolgenden Jahr ausgesät werden kann. Häufig muss dieser Prozess mehrfach wiederholt werden, um Saatgut zu entwickeln, welches sowohl an die regionalen Gegebenheiten angepasst ist als auch der gewünschten Qualität entspricht.

Voelkel unterstützt diese Bestrebungen mit dem Einkauf von Rohstoffen in Demeter-Qualität. So werden beispielsweise bei den feldfrischen Gemüsesäften, dem Sauerkrautsaft und den Mosten samenfeste Demeter-Sorten verwendet. Zudem fördert die Naturkostsafterei seit vielen Jahren tatkräftig die Forschung und die Entwicklung dieses ursprünglichen Saatguts, da Voelkel – wie viele Bio-Bauern und Gärtner – an den ernährungsphysiologischen Vorteil sowie den besseren Geschmack von Gemüse und Obst aus samenfesten Sorten glaubt.