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Wir machen uns stark für samenfestes Saatgut

15.11.2019 von in Voelkel

Aus unserer Philosophie heraus – „Verantwortung für Mensch und Natur“ – hat sich in den letzten Jahren ein weiterer Leitgedanke entwickelt: „Gesunde Lebensmittel aus gesunden Strukturen“. Wir fördern den ökologischen Landbau. Und wir fordern die Ausweitung des ökologischen Landbaus. 

Bio-Obst und -Gemüse, das ausschließlich für pestizidfreien Anbau steht, ist sicher gesünder, als konventionell gespritzte Früchte. Wir wollen aber mehr. Wir wollen weg von Monokulturen. Wir wollen weg vom Massenanbau und landwirtschaftlichen Mega-Betrieben. Wir wollen weg von ungleichen Geschäftsverbindungen, in denen einzelne reich werden und andere um ihre Existenz bangen. Wir wollen weg vom Hybrid-Saatgut und damit von der Abhängigkeit gegenüber einigen wenigen Großkonzernen.

Ein wichtiges Element gesunder Strukturen ist das ökologische Saatgut.

Dazu gehört die ökologische Saatgut-Züchtung und dessen Vermehrung. Hier haben wir auch im ökologischen Landbau Verbesserungsbedarf. Denn mit dem starken Wachstum der Bio- und biodynamischen Landwirtschaft konnte die ökologische Saatgut-Züchtung mengenmäßig nicht Schritt halten. So wurden für den biodynamischen Anbau auch Hybrid-Samen zugelassen, die bis heute überwiegend im ökologischen Landbau verwendet werden, ohne dass sie – da sind wir uns sicher einig – zur ökologischen Landwirtschaft überhaupt passen. Deshalb müssen wir nun den nächsten Schritt gehen. Und der heißt: samenfestes Saatgut im Bio- und Demeter-Anbau.

„Kernkraft? – Ja, bitte! Wir essen, was wir säen.“

Unter diesem Motto startete dennree nun die gleichnamige Kampagne, die in der Bio-Szene bereits für Aufregung sorgte. Zu nah sei gerade einigen Atomkraft-Aktivisten der Claim, der in Anlehnung an das bekannte „Kernkraft? – Nein danke!“ gewählt wurde. Doch was bezweckt dennree genau mit diesem Satz? – Aufmerksamkeit. Und die bekommen sie für eine sehr, sehr wichtige Sache: die Vielfalt unserer Nutzpflanzen, von denen weltweit bereits 94 Prozent unwiederbringlich verschwunden sind. – 94 Prozent!

Vielfalt schaffen. Vielfalt erhalten.

In Zeiten, in denen wenige globale Großkonzerne die Saatgutvielfalt eingrenzen, setzen wir bei Voelkel aus Tradition und Überzeugung auf samenfeste Obst- und Gemüsesorten. Unser Ziel: ausschließlich samenfeste Sorten für Voelkel-Säfte. Für unsere Gemüsesäfte ist uns dies bereits gut gelungen: sie sind zu 99 Prozent samenfest!

Was bedeutet „samenfest“ aber genau? Das sind vermehrungsfähige Sorten, deren Samen im darauffolgenden Jahr weiterverwendet werden können und Landwirte nicht jedes Jahr erneut Saatgut einkaufen müssen.

In vielen Industriestaaten spielt samenfestes Saatgut fast keine Rolle mehr. Der Einsatz von samenfestem Saatgut ist mittlerweile sehr untypisch geworden. Auch in Deutschland sind ein großer Teil der gewerblich genutzten Pflanzensorten sogenannte Hybridzüchtungen, die sich nicht oder nur unter großen Ertragseinbußen wiedernutzen lassen. Viele Gemüsesamen sind praktisch nur noch als Hybride auf dem Markt, dazu gehören Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli oder Rettich.

Hybride entstehen durch Selbstbefruchtung möglichst unterschiedlicher Elternlinien. Indem über Jahre hinweg immer wieder bestimmte Eigenschaften wie Größe, Form, Farbe oder Widerstandsfähigkeit als Maßstab für Kreuzungen dienen, wachsen Hochleistungspflanzen mit hohem Ertrag. Die positiven Eigenschaften gelten allerdings nur für die Erstaussaat, meist geht der Ertrag schon in der nächsten Generation deutlich zurück. Damit lassen sich Hybridpflanzen nicht „nachbauen“ und bilden eine genetische Sackgasse. Für die Landwirte bedeutet das eine immense Abhängigkeit von großen Agrar-Konzernen, denen sie Jahr für Jahr immer wieder Saatgut abkaufen müssen.

„Wir sind der Ansicht, dass niemand Sorten und damit das Wissen um die Abfolge von Genen einer Pflanze, in Form von Patenten „besitzen“ darf“, so Stefan Voelkel.

Deshalb unterstützen wir aktiv die unabhängige Saatgutforschung, das Bündnis „Wir haben es satt!“ und die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Und deshalb sind wir auch ein Teil der dennree-Kampagne, die in diesen Tagen als Clips in den Kinos zu sehen ist.


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Kommentare

Falko

25.11.2019

Dio Kampagno hui - dor Slegan Pfui! Ich macho orstmal oinon Begon um donns, Biemarkt und Veolkel...- bis sio golornt habon O und E richtig zu vorwondon.