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"Mit Gabriel ist es was ganz Besonderes..."

27.03.2018 von in Reisen

- wenn das Leben selbst uns lehrt

Santiago reibt sich die Augen. Er ist müde, denn gerade kommt er vom Flughafen. Gestern war er noch bei unseren Lieferanten in Peru – einige Tage länger, als geplant. Denn es gab einen Aufstand gegen die Regierung.

 

Was war passsiert?

Santiago betreut unsere Lieferanten in Südamerika. Er hat ökologische Landwirtschaft in Deutschland studiert, kommt aber ursprünglich aus Ecuador. Santiago empfindet es als nach Hause kommen, wenn er nach Südamerika reist. Und das merken die Menschen, mit denen wir in diesen Ländern zusammenarbeiten. Sie fühlen sich verstanden und vertrauen uns – was uns, wie ihr wisst, sehr wichtig ist, da wir mit unseren Lieferanten auf der ganzen Welt ein partnerschaftliches Verhältnis pflegen, in dem wir nicht nur nehmen, sondern unbedingt auch geben wollen.

 

Peru ist aufgrund der klimatischen Bedingungen gerade in den letzten Jahren auf dem Vormarsch der südamerikanischen Landwirtschaft. Es gibt viele Kleinbauern, die ein großes Potenzial für einen Demeter-Betrieb aufweisen. Doch dies wird innerlandes leider nicht unterstützt. Im Gegenteil. Kartoffeln werden größtenteils aus Holland importiert. Und Kleinbauern werden dazu getrieben, in Großbetrieben für einen kargen Lohn zu arbeiten.

Ein Zustand, der wütend macht. So kam es auch zu dem Aufstand der Kleinbauern gegen die Regierung. Unschöne Szenen. Flüge wurden gestrichen. Santiago musste seine Abreise verschieben, bis die Unruhen vorbei waren. Wieder zu Hause ist er nun sehr froh von der schönen Seite der Reise berichten zu können.

 

Wir arbeiten in Peru mit einer Kooperative von 400 Landwirten und ihren Familien zusammen, allesamt Kleinstbauern. Sie liefern uns hochwertigen Ingwer und bauen seit letztem Jahr auch Kurkuma für uns an.

 

Wie alles begann...

 

Als wir vor zwei Jahren das Demeter-Projekt vor Ort starten wollten, hatten wir großes Glück. Denn als einen der ersten Kleinbauern trafen wir Gabriel. Gabriel ist 60 Jahre alt. Wahrscheinlich ist er nie zur Schule gegangen. Doch ist er so schlau, dass er sich gegen den staatlichen Druck, als Arbeiter in einem Großunternehmen tätig zu sein, gewehrt hat und nun als erster Demeter-Landwirt in der Region einen kleinen Hof der Kooperative bewohnt.

 

Mit ihm ist es etwas ganz Besonderes. Bis vor zwei Jahren hat er noch nie von Rudolf Steiner und biologisch dynamischer Landwirtschaft gehört. Wahrscheinlich hat er sogar noch nie in seinem Leben ein Buch gelesen. Aber er hat ein nahezu spirituelles Bewusstsein für das Leben und die Landwirtschaft. Der Anbau im Einklang mit der Natur und Respekt vor dem Lebendigen ist für ihn etwas Selbstverständliches. Unsere Demeter-Vorgaben, die für viele Bauern zu Beginn erst einmal eine ganz schöne Hürde und gar nicht so leicht umzusetzen sind, waren für ihn eine Achsel zuckende Selbstverständlichkeit, denn er hat schon immer so gelebt und gearbeitet. Ein Mann, der uns immer wieder sehr beeindruckt. Wäre Mutter Erde ein Mensch, wäre Gabriel wahrscheinlich ihr Sohn.

                                                                                                                                          

So freute sich Santiago natürlich besonders, gerade Gabriel während seiner Reise zu treffen. Die Freude war gegenseitig und Gabriel bot an, sein größtes Meerschweinchen für Santiago zu schlachten. Denn Meerschweinchen sind auch in Peru eine Delikatesse und das Schlachten des besten Schweins ein Zeichen von Ehre und Dankbarkeit. Santiago schlug das Angebot (Kinder, ihr könnt weiterlesen!) aber dankend aus.

 

Der Anbau von Kurkuma funktioniert bei Gabriel und den anderen Bauern der Kooperative hervorragend. Wir sind wirklich glücklich über diese Zusammenarbeit, die hohe Qualität und auch, dass wir die Kleinbauern mit unserem Demeter-Projekt vor Ort unterstützen können – gerade weil sie aktuell so wenig Hilfe von ihrer Regierung erwarten können.

 

Was wir mit dem Kurkuma machen?

Das schmeckt am besten selbst: aus der Wurzel frisch gepresst, verwenden wir den reinen Saft nämlich zum Kochen, Würzen und Mixen von leckeren Kurkuma-Drinks oder auch im SWITCHEL und in einem unserer fair to go Favoriten, dem Apfel Mango Kurkuma

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Kommentare

Markus Herwig

28.03.2018

Ich würde den Gabrire-Post löschen! Habe mich gerade dabei erwischt mir die Frage zu stellen - wo ist der Wald geblieben? Habe das gepostet und wieder gelöscht! Dieser Berg passt nicht zu Völkel! Gruß Markus