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30. Januar 2018

Vom Geben und Nehmen und der Sonne Brasiliens

Die Tage bei uns in Pevestorf sind gerade sehr grau und nur ganz, ganz langsam werden sie allmählich etwas länger und heller – genau die richtige Zeit also, um es sich abends am Kamin gemütlich zu machen und von der Sonne Brasiliens zu träumen. Dort waren wir vor einiger Zeit, um die Fazenda da Toca zu besuchen, eine Bio-Farm ca. 200 km östlich von Sao Paolo, auf der Limetten, Passionsfrüchte, Mangos und Guaven angebaut werden – und von der wir uns erhofften, eine langfristige Partnerschaft aufbauen zu können.

Die Begrüßung war ein fröhliches Durcheinander. Die Mitarbeiter wollten uns am liebsten alle gleichzeitig von ihrem beeindruckend nachhaltigen Agrarprojekt erzählen und luden uns kurzerhand zu einem Rundgang ein, um uns selbst ein Bild machen zu können.

In der Plantage wohnen insgesamt 65 Familien. Es wurde eine Umweltschule eingerichtet, das „Toca Institute“. Hier und in umliegenden staatlichen Schulen wird schon den jungen Menschen das Bewusstsein für die Kostbarkeit einer intakten Umwelt vermittelt

Richard Charity leitet das Demeter-Projekt auf der Fazenda. Er arbeitet schon lange in Brasilien und hat viele Demeter-Projekte ins Leben gerufen und betreut. Sein Ansatz für die Fazenda da Toca ist so einfach wie genial: verschiedene Kulturen wachsen hier nebeneinander und ergänzen sich so gegenseitig. Wir sahen Mangobäume, Bananenstauden, Eukalyptusbäume, Acerola und Limettenbäume in direkter Nachbarschaft. Bei den heißen Temperaturen freuen sich die kleineren Bäume vor allem über den Schatten, den ihnen der Eukalyptus spendet und ihnen darüber hinaus auch noch Wasser aus großer Tiefe holt.

Die Eukalyptus-Äste werden jährlich um 1/3 zurück geschnitten und zusammen mit Grasschnitt und Demeter-Kompost an die Wurzeln der Pflanzen gegeben. Der Boden hier ist dadurch vielschichtig belebt und kann Wasser gut speichern. Das ist gerade im Süden Brasiliens besonders wichtig, da es sehr heiß und dürr ist, oft lange Zeit nicht regnet, es dann aber plötzlich und stark schüttet – ein Zustand, den wir durch den Klimawandel auch an anderen Orten immer mehr erwarten müssen und so vom Demeter-Anbau in Brasilien viel lernen können. Ihr könnt euch also vorstellen, wie spannend eine Partnerschaft mit diesem gleichgesinnten Unternehmen für uns ist und wie sehr wir uns freuten, uns mit ihnen auszutauschen und das Demeter-Projekt unterstützen zu können.Es ist ein tolles Gefühl, am anderen Ende der Welt Menschen zu treffen, die der gleichen Lebensphilosophie folgen wie wir in Pevestorf: „Habe Achtung vor der Natur, den Tieren, den Pflanzen und den Menschen, die mit ihnen arbeiten. Ernte mit Respekt und nimm nur so viel, wie du brauchst, um gut und gesund leben zu können.“

Übrigens: Inzwischen ist ein Teil der Farm vorbildlich auf Demeter umgestellt. Und neben den großartigen Demeter-Früchten nehmen wir der Farm auch etwas bio zertifiziertes Obst ab – und das zu Demeter-Preisen. Denn für uns sind Lieferanten echte Partner, und in einer Partnerschaft kann man nicht immer nur fordern, sondern muss auch geben. Mit dieser Einstellung sind wir seit jeher gut gefahren.

Euer Boris



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