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24. April 2020

Kernkraft? Ja, bitte! – Atomkraft? Nein danke!

Die Sortenvielfalt von Obst, Gemüse und Getreide ist das Ergebnis Jahrhunderte alter Züchtung von Nutz- und Kulturpflanzen. Durch die Konzentration der konventionellen Landwirtschaft auf Hochleistungssorten, die mit Hilfe von Dünger und Pestiziden nahezu weltweit angebaut werden können, ist dieser Saatenreichtum erheblich geschrumpft.
94 Prozent unserer Nutzpflanzen-Vielfalt sind bereits verschwunden. Damit wird die Grundlage einer ausgewogenen Ernährung immer kleiner. Diesen Trend zu stoppen, sollte unser aller Anliegen sein und ist auch Inhalt der bereits im November 2019 initiierten Kampagne „Kernkraft? – Ja bitte!“, an der auch wir beteiligt waren.

Unser gemeinsames Ziel ist die ökologische Züchtung und Vermehrung von samenfesten Sorten. Denn heute – wichtiger denn je – ist ein Reichtum an widerstandsfähigen Pflanzen, die verschiedenen Bodenverhältnissen standhalten und mit Blick auf den Klimawandel stärkeren Temperatur- und Wetterschwankungen gewachsen sind.

Dass für die Kampagne der Slogan „Kernkraft? Ja bitte“ in den Fokus gestellt wurde, wurde vor allem von Atomkraftgegnern vielerorts und auch bei uns im Wendland kritisiert. Das Motto sollte aber bewusst provozieren und Aufmerksamkeit erregen.

Unser klares Statement dazu war: „Ja, es hätte sicher einen Claim geben können, der niemanden wehtut. Aber dann hätte dieses so aktuell unendlich wichtige Thema wie seit Jahren weiter friedlich vor sich hin geschlafen.“

Deshalb heißt es auch weiterhin für uns: „Kernkraft? Ja bitte“ – für den Vielfalt-Erhalt von Obst, Gemüse und Getreide, das Voranbringen unabhängiger und samenfester Saatgut-Züchtung und gegen Gentechnik.

kernkraft ja bitte

 

… und immer wieder laut „Atomkraft? Nein danke!“

Seit 40 Jahren steht Stefan Voelkel an der Spitze des Familienbetriebs. Genau so lang engagiert er sich auch im Gorleben-Widerstand. Stefan war noch Schüler, als Gorleben zum Standort ernannt wurde. Albrechts Atomindustrie-Pläne im Wendland trafen Stefans Eltern zutiefst. Alles, was Margret und Karl mühevoll und über den zweiten Weltkrieg hinweg aufgebaut hatten, wofür die Familie Voelkel mit ihrem Namen steht – die ökologische Landwirtschaft und eine anthroposophische Lebensweise – all das stand nun einer übermächtigen Bedrohung gegenüber, und das in regionaler Nachbarschaft.

Stefan erinnert sich: „Mein Vater legte damals Klage ein. Weitere Klagen unterstützte er finanziell und engagierte sich aktiv in einer Rechtshilfegruppe.
Ich selbst war damals noch ein Schuljunge und fühlte mich noch gar nicht so persönlich getroffen. Die Platzbesetzung von 1004 war dann aber eine Art Schlüsselerlebnis für mich.“

Die Freie Republik Wendland entstand ungefähr zeitgleich, als Stefan mit gerade einmal 21 Jahren Geschäftsführer von Voelkel wurde. Stefan versorgte damals schon die Demonstranten und Hüttendorfbewohner mit Voelkel-Saft. Und dieses Engagement hat sich bis heute nicht geändert. Voelkel ist von Beginn an bekennender und unterstützender Partner der BI Lüchow-Dannenberg e.V. Und wird dies immer sein – mit Worten, Taten und Mitteln. Für dieses Jahr haben wir nun auch die BioZisch Hanf als Sonderedition geplant zur öffentlichkeitswirksamen und finanziellen Unterstützung der BI, die sich nun schon seit über 40 Jahren stark macht im Widerstand gegen die Atomanlagen in Gorleben.

Beim Gorleben-Tag ist die Firma Voelkel stets mit einem Stand dabei. Und oft ist es Stefan Voelkel selbst, der Demonstranten dort die BioZisch öffnet. Denn das Unternehmen und die Familie Voelkel machen sich stark:

Gemeinsam gegen Atomkraft.
Gemeinsam für Artenvielfalt, ökologische Landwirtschaft und samenfestes Saatgut.

Übrigens: Wer mehr erfahren möchte über die Anfangszeiten Gorlebens, sollte „Mein lieber Herr Albrecht …“ aus dem Gorleben-Archiv lesen – mit dabei ein Interview von Stefan Voelkel.

 



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