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24. August 2019

Juchowo – wenn der Demeter-Gedanke ein Dorfleben prägt

Emma steigt von ihrem Fahrrad und lächelt: „Es ist beeindruckend, was es aus einer Landschaft macht, wenn der Demeter-Gedanke eine Gegend prägt.“
Emma ist mitten in Polen im kleinen Ort Juchowo. Sie besucht dort unseren Demeter-Lieferanten für Rosen- und Holunderblüten sowie samenfeste Möhren und Rote Beete – und erkundet an einem Nachmittag das Projekt mit dem Fahrrad, um die besondere Atmosphäre hautnah zu erleben.


Die Juchowo-Farm ist etwas Besonderes. Sie gehört der Stanislaw-Karlowski-Stiftung, die als Träger und Eigentümer die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise für alle landwirtschaftlichen Dorfprojekte auf 1900 ha (das sind knapp 2000 Fußballfelder) rund um Juchowo gewährleistet.

Die Stanislaw-Karlowski-Stiftung: ein Projekt mit Herz

Benannt wurde die Stiftung nach Stanislaw Karlowski, Senator im polnischen Parlament zwischen den Weltkriegen und Pionier des biologisch-dynamischen Landbaus in Polen.
Seit ihrer Gründung 2001 widmet sich die Stiftung dem Demeter-Gedanken eines geschlossenen Kreislaufs. Neben dem wirtschaftlich betriebenen biodynamischen Anbau von Gemüse und Getreide sowie der Demeter-Milch- und Fleischproduktion, entstanden über die Jahre in Juchowo immer mehr Projekte, die nach und nach ineinander greifen.
Das Herz der Stiftung ist neben der Demeter-Landwirtschaft die (sozial-) pädagogische Bildung. Ein wichtiger Bestandteil der Stiftung ist eine Werkstatt, in der Menschen mit Behinderungen arbeiten.
In dieser Werkstatt werden in liebevoller Handarbeit Rosen- und Holunderblüten für unsere leckere BioZisch verarbeitet. So unterstützen wir nicht durch Spenden, sondern durch faire Bezahlung die sozialpädagogische Arbeit der Werkstätten.
Im Sommer finden regelmäßig interkulturelle Zirkuscamps statt, auf denen deutsche und polnische Kinder gemeinsam einen Auftritt erarbeiten und in der Nachbarstadt umsetzen. Hier lernen schon die Kleinsten, dass auch über unterschiedliche Kulturen und Sprachen hinweg Freundschaften entstehen können.
Über das Jahr verteilt erfahren Kinder- und Jugendgruppen und überwiegend Waldorfschüler viel Wissenswertes über den biodynamischen Anbau von Obst und Gemüse.
Über 2000 Besucher kamen alleine im letzten Jahr auf den Hof, um bei einer der vielen kulturellen Veranstaltungen dabei zu sein, an einem pädagogischen Projekt teilzunehmen oder auch, um sich über die verschiedenen (Forschungs-)Projekte zu informieren.

 

Vielfalt und Artenschutz

Zur Vielfalt von Juchowo zählt auch der Artenschutz. So lebt eine Kuh-Herde einer alten polnischen Rinderrasse zusammen mit ihren Kälbchen draußen auf der Weide. Und über den Hof verteilt findet man traditionelle Schaf-, Gänse- und Kaninchenrassen neben zahlreichen Blühstreifen und Biotopen. Schmetterlinge und Bienen fliegen von Blüte zu Blüte. Hier scheint die Welt noch ein Stück weit in Ordnung zu sein.
Schritt für Schritt wird in Juchowo die biodynamische Idee vorangetrieben – und das mit viel Geduld und Liebe.
In der Kräuterwerkstatt werden die um den Hof herum wachsenden Kräuter getrocknet und zu Tee verarbeitet.
Bienenstöcke stehen versteckt hinter den Kuhställen bei einem wunderschönen alten Steinhaus. Leuchtend blau gestrichen strahlen sie mit den Wildblumen um die Wette. Und der Honig kann im schönen Hofladen gegen Spende erworben werden.
Im letzten Jahr wurde eine Getreidemühle angeschafft, um das geerntete Korn direkt auf dem Hof zu Mehl mahlen zu können. In der Bäckerei wird aus dem eigenen Mehl dann leckeres Brot gebacken, das in der Cafeteria und im Hofladen angeboten wird.
Eine Molkerei und Käserei sollen folgen.
Juchowo scheint ein Stück heile Welt  zu sein. Es ist ein natürliches Leben, das Mensch und Tier hier genießen dürfen. Und selbst unsere Möhren und Rote Beete, die hier gerade heranreifen, sehen kraftvoll – und wir möchten beinahe sagen – glücklich aus.



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