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13. April 2018

Demeter – wie eine Lebensphilosophie zur Marke wurde

Ziemlich genau vor 90 Jahren gründeten anthroposophische Landwirte in München  die „Verwertungsgenossenschaft für das Lebendige“, der Ursprung des heutigen Demeter-Verbandes. Ein schöner Anlass, einmal hinter die Kulissen zu schauen, was Demeter eigentlich genau bedeutet, wofür es steht und warum die biodynamischen Richtlinien des Demeter-Verbandes gerade heute so wichtig sind.

Es ist kein Zufall, dass die Marke Demeter den Namen der Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin der griechischen Mythologie trägt. Denn genau darum geht es dem Verband: um das biodynamische Wirtschaften in gesunden Strukturen – das heißt: Arbeiten im Einklang mit Natur und Kosmos.

Das weltweit anerkannte Demeter-Gütezeichen erhalten einzig die Produkte, welche nach sehr streng kontrollierten Richtlinien der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise hergestellt wurden – und das von der Saat bis zum Handel:

· Demeter-Obst und –Gemüse werden ohne chemisch-synthetische Schutzmittel angebaut.
· Es werden ausschließlich biologisch-dynamische Präparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist als Dünge-Alternative eingesetzt.
· In der Demeter Saatgutzüchtung sind nur samenfeste Sorten zugelassen und keine Hybride.
·  Außerdem fördert der Demeter-Verband die Artenvielfalt innerhalb eines Betriebes.

Die Demeter-Vorgaben gehen also weit über die EU-Öko-Verordnung hinaus.  Das macht es Bauern nicht leicht. Denn kurzfristig haben sie weniger Ertrag bei mehr Arbeit und strengeren Kontrollen.

Warum machen sie es dann?

Vor allem, weil es richtig ist.

Es ist richtig, im gegenseitigen Respekt zu leben und dankbar für das zu sein, was uns die Natur schenkt. Jegliche Form von Ausbeutung gegenüber Erde, Pflanze, Tier und Mensch ist nicht richtig und funktioniert in einem System wie dem unserer Erde auf lange Sicht auch rein wirtschaftlich nicht.

Und weil es wichtig ist.

In Zeiten des Klimawandels ist eine Landwirtschaft wie sie einmal war kaum mehr möglich. Jahreszeiten verschieben sich. Die Wetterbedingungen werden extremer. Der natürliche Rhythmus von Trockenheit und Regenzeit gerät durcheinander. Das ist jetzt bereits sichtbar. Weltweit kommt es dadurch zu extremen Ernteausfällen. Mangos, die in Indien gerade in der Sonne reifen sollten, verfaulten durch die verschobene Monsunzeit an den Bäumen genau wie unsere Kartoffeln hier in der Erde.

Nach lang anhaltender Trockenheit kommt es vieler Orts zu starken Regenfällen. Dem hat ein auf Ertragseffizienz bewirtschafteter Boden kaum etwas entgegen zu halten, es kommt zu Erosionen.

Ein nach Demeter-Vorgaben bewirtschafteter Boden hat jedoch eine Chance, den Erosionskräften entgegen zu wirken. Denn die Bodenstruktur ist vielschichtig angelegt und damit sehr viel stabiler und standfester.
Weiterhin hilft die Artenvielfalt innerhalb eines Betriebes, weniger risikoreich zu wirtschaften. Denn kommt es durch einen wetterbedingten Ernteausfall beim oben genannten Beispiel der Kartoffeln, hat der Betrieb durch Möhren und Rote Beete u.a. weitere Ertragsmöglichkeiten. Ein reiner Kartoffelbauer – ob Bio oder konventionell – lebt in den letzten Jahren bereits immer an der Risiko-Grenze des existenziellen Verlusts.

Was macht Voelkel mit diesem Wissen?

Wir sind Teil des Demeter-Verbandes und unterstützen den uneingeschränkten Demeter-Gedanken gesunder Strukturen.
Wir haben einen beträchtlichen Anteil an der Forschung nach samenfesten Sorten.
Wir engagieren uns für eine gesunde Welt – notfalls auch auf der Straße.
Wir helfen den Bauern in ihrem Tun, indem wir ihnen auch einmal Obst und Gemüse abnehmen, das wir nicht unbedingt gebraucht hätten.

Beispiel: Wenn ein Bauer wie oben beschrieben große Verluste in der Kartoffelernte einbußen musste, nun aber eine ertragreiche Möhrenernte hatte, kaufen wir ihm gern noch etwas mehr Möhren ab als ursprünglich geplant, um ihn zu unterstützen.

Wir pflegen zu unseren Lieferanten und Bauern eine partnerschaftliche Beziehung und setzen langfristig auf faire Preisstrukturen.
Wir glauben an und leben für das Gute. Denn was wir sähen, das ernten wir. Also lasst uns Gutes sähen.
So einfach ist das.



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